Das Rudel

Menschen stellen sich gern einzeln vor. Sie schreiben Namen auf, Alter, Beruf und manchmal sogar Dinge wie Lieblingsessen oder Lieblingsfarbe. Ich habe das beobachtet und halte es für einen etwas umständlichen Ansatz. Aus meiner Sicht versteht man jemanden nicht dadurch, dass man weiß, wie er heißt. Man versteht jemanden dadurch, mit wem er lebt, wer morgens mit ihm losgeht, wer auf ihn wartet, wer mit ihm irgendwo ankommt und wer bleibt.

Deshalb gibt es diese Seite.

Nicht nur über mich. Ich bin schließlich nicht allein unterwegs. Ich gehöre zu einem Rudel.

Zu meinem Rudel gehören Menschen, andere Tiere und einige Wesen, die irgendwo dazwischen einsortiert werden müssen. Manche wohnen ständig hier. Manche nur zeitweise. Manche verschwinden gelegentlich für zwei Stunden oder zwei Tage und halten es nicht für nötig, danach Bericht zu erstatten. Manche planen alles. Manche beobachten. Manche sorgen dafür, dass alle mitkommen. Und manche kontrollieren, ob das auch vernünftig passiert.

Jedes Rudelmitglied hat seine Aufgabe. Nicht immer die Aufgabe, die es selbst vermuten würde. Aber meistens funktioniert es trotzdem erstaunlich gut.

Hier stelle ich euch die Mitglieder meines Rudels vor. Nicht in der Reihenfolge von Alter oder Wichtigkeit, sondern so, wie ich sie kennengelernt habe. Falls ihr euch wundert, warum bestimmte Namen etwas ungewöhnlich klingen: Die meisten habe nicht ich vergeben. Ich habe sie nur übernommen. So macht man das in funktionierenden Rudeln.

Wenn ihr die Geschichten lest, werdet ihr vermutlich feststellen, dass Rudel nicht dadurch entstehen, dass alle gleich sind. Eher im Gegenteil. Sie entstehen dadurch, dass jeder anders ist und trotzdem am Ende wieder am gleichen Ort auftaucht.

Zumindest meistens.

— Eira