Entlebucher Tagebuch – Samstag, 04. Juli 2026 und Sonntag, 05. Juli 2026. Gestern Morgen lag etwas in der Luft. Ahnen konnte man es schon, seit Daniel gekommen war.

Der alte Mann machte noch eine kurze Morgenrunde mit mir. Ein ganz normaler Kontrollgang. Wir gingen unsere übliche Strecke, schauten nach dem Rechten und alles war so, wie es sein sollte.

Als wir zurück waren, packten Frauchen und der alte Mann Sachen zusammen. Nicht so, wie vor einem Urlaub. Aber deutlich mehr, als wenn wir nur mal kurz irgendwohin fahren. Irgendetwas war anders.

Der alte Mann packte auch mein Futter ein. Nicht nur eine Portion. Wie viele genau, kann ich euch nicht sagen. Mit dem Zählen haben wir Entlebucher es schließlich nicht so.

Dann war alles verstaut. Für Lilly und Fee stand eine größere Menge Katzenfutter bereit. Das war ein ziemlich deutlicher Hinweis, dass wir nicht am selben Tag zurückkommen würden.

Und dann brachen wir zu viert auf: Frauchen, der alte Mann, Daniel und ich.

Die Fahrt dauerte ziemlich lange. Irgendwann bekam ich unterwegs sogar eine Portion Futter. Spätestens da war klar, dass wir noch längst nicht angekommen waren.

Erst später hielten wir an. Wir waren bei Frauchens Mutter. Hier war ich schon öfter. Ich kannte das Haus, die Gerüche und fühlte mich gleich wieder wohl.

Völlig überraschend war auch Lena da. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Umso schöner war es, sie gleich zu begrüßen.

Nach und nach kamen immer mehr Menschen. Frauchens Mutter ist schon wirklich alt. So genau habe ich das alles nicht verstanden, aber offenbar hatte sie einen runden Geburtstag. Das schien für Menschen etwas Besonderes zu sein.

Ich war jedenfalls beruhigt. Viel überwachen musste ich nicht, weil die Menschen die meiste Zeit mit Essen und Trinken beschäftigt waren. Zuerst bei Frauchens Mutter und später noch in einem Lokal.

Dort hatte ich nur eine kleine Aufgabe. Ein ankommender Hund musste kurz verstehen, dass ich für den großen Tisch zuständig war. Danach war alles geklärt und jeder konnte sich wieder seinen eigenen Dingen widmen.

Frauchen und der alte Mann wirkten jedenfalls zufrieden. Es schien ein guter Tag für die Menschen gewesen zu sein.

Als es Zeit wurde, gingen wir in unsere Ersatzhöhle schlafen. Nach so vielen neuen Eindrücken war ich froh, mich einfach zusammenrollen zu können.

Heute Morgen machte der alte Mann eine Morgenrunde mit mir, während die anderen noch fest schliefen. Das Revier war fremd, aber ein Kontrollgang ist ein Kontrollgang. Irgendjemand musste schließlich nach dem Rechten sehen.

Es gab alles, was man für eine ordentliche Morgenrunde braucht: Bäume, einen Bach, einen Teich und jede Menge Grün. Aber es war anders als zu Hause. Alles wirkte ein bisschen ordentlicher, als hätten Menschen entschieden, wo Bäume wachsen, Wege verlaufen und Wiesen enden. Eben Stadt.

Gegen Ende der Morgenrunde trafen wir dann doch noch einen Collie. Na ja, fast. Er stand hinter einem Zaun.

Ich mag Collies. Wir gingen kurz Nase an Nase, beschnupperten uns und wussten beide sofort: Ja, wir könnten bestimmt etwas zusammen unternehmen. Aber heute war nicht der richtige Tag dafür. Also gingen wir beide einfach wieder unserer Wege.

Danach schauten wir noch einmal kurz bei Frauchens Mutter vorbei. Anschließend begann die lange Heimfahrt. Unterwegs brachten wir Daniel noch nach Hause. Als wir schließlich wieder in unserer eigenen Höhle ankamen, war für mich der Tag eigentlich vorbei. Nach all den Eindrücken konnte ich nur noch schlafen.

Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira.


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