Entlebucher Tagebuch, Samstag, 29. August 2026. Heute Morgen gab es Gruppenkuscheln auf dem Sofa zum Wachwerden. Natürlich mit Kaffee für den alten Mann. Der alte Mann fragte Frauchen, ob sie mit auf die Morgenrunde kommen wollte. Sie hatte keine Lust. Man sah ihr förmlich an, wie sie noch einmal alle Listen in ihrem Kopf durchging, damit wir später auch wirklich nichts vergessen. So sind der alte Mann und ich zu zweit aufgebrochen, um noch einen ordentlichen Kontrollgang zu machen, damit sichergestellt war, dass alles in Ordnung war, bevor wir das Revier verlassen würden.

Der Kontrollgang verlief ausgesprochen unauffällig. Keine besonderen Vorkommnisse, keine verdächtigen Bewegungen und nichts, was einer Meldung bedurft hätte. Dafür hatte ich heute viel Lust zu rennen. Der alte Mann musste mehrfach feststellen, dass ein Kontrollgang auch mit erheblichen Geschwindigkeitssteigerungen durchgeführt werden kann. Besonders praktisch ist es, kurz vorauszulaufen, irgendwo zu verschwinden und abzuwarten, ob der alte Mann einen wiederfindet. Zwischendurch gab es ein paar knifflige Suchspiele. Der alte Mann versteckte Dinge, ich suchte sie. Manche Verstecke waren wirklich gut, andere eher … übersichtlich. Trotzdem habe ich jedes Spiel gewissenhaft absolviert.

Nach dem Frühstück verschwand der alte Mann noch einmal und kehrte kurze Zeit später mit frischem Essen zurück, das in der Kühlbox des Autos verstaut wurde. Danach begann er, alle gepackten Koffer und Taschen ins Auto zu schaffen. Menschen haben dabei eine merkwürdige Angewohnheit: Fahren sie vier Wochen weg, ist das Auto bis unters Dach vollgestopft. Fahren sie nur für zwei Tage, genauso. Dass das Auto am Ende bis unters Dach beladen war, sagte mir daher nichts darüber, wie lange wir fortsein würden.

Die vermehrten Aktivitäten vor dem Haus lockten noch weitere Zuschauer an. Die Streunerkatze schaute vorbei und auch die Kitten von der dreifarbigen Glückskatze kamen, um nachzusehen, was bei uns vor sich ging. Eines davon war besonders neugierig und kam sogar ins Haus. Ich beobachtete das Ganze aufmerksam von meinem Platz aus. So ein kleines Kätzchen stellt kein Sicherheitsrisiko dar, um das ich mich kümmern müsste.

Beim ersten Mal geleitete Daniel sie noch mit gutem Zureden wieder zur Tür zurück. Kurze Zeit später startete das kleine Kätzchen einen zweiten Versuch. Dieses Mal deutlich zielstrebiger und direkt in Richtung Keller. Da schnappte sich der alte Mann die kleine Abenteurerin und hielt ein ernstes Wort mit ihr. Sinngemäß erklärte er ihr, dass ich mir das Ganze vielleicht noch entspannt von meinem Platz aus anschauen würde. Wenn Lilly und Fee sie hier im Haus finden würden, wäre die Angelegenheit vermutlich deutlich weniger gemütlich.

Nachdem auch den Katzen die Spielregeln erklärt worden waren, stiegen wir ins Auto. Frauchen fragte die wichtigsten Dinge noch einmal ab, und der alte Mann bestätigte, dass er alles ins Auto getragen hatte. Dann ging es los. Die beiden waren entspannt und wir rollten eher gemütlich dahin. Für mich gab es nicht viel zu tun. Also legte ich mich ab und döste vor mich hin. Solange wir fuhren, gab es für mich nichts zu tun.

Irgendwann wurde die Fahrt unterbrochen und wir machten eine Pause. Ich bekam mein Mittagessen, während die beiden auf einem Baumstamm saßen, ins Wasser schauten und ebenfalls etwas aßen. Bevor wir zur Ersatzhöhle weiterfuhren, machten wir noch einen Zwischenstopp in einem Eiskaffee. Für mich gab es dort nichts, was ich empört zur Kenntnis nahm.

Als wir dann an der Ersatzhöhle ankamen, schaute ich nicht schlecht. Ich hatte mit ein oder zwei Zimmern in einem großen Haus gerechnet. So eine Situation, bei der man nie genau weiß, wo der eigene Arbeitsauftrag beginnt und wo er endet. Aber diesmal standen wir vor einem kleinen Holzhaus. Mir gefällt es jetzt schon. Klare Grenzen. Und wenn ich richtig gesehen habe, gibt es hier sogar Frühstück im Haus. Nicht dieses dreimalige Weglaufen im Restaurant, weil man noch etwas haben möchte.

Wir ließen den Tag noch mit einem kleinen Spaziergang am See ausklingen. Das Wasser lag ruhig da, und zwischen den Bäumen wurde es langsam dunkler. Ich ging neben den beiden her und musste mich um nichts weiter kümmern.

Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira


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