Entlebucher Tagebuch – Montag, 17. August 2026. Heute ist wieder Bürotag vom alten Mann. Zum Glück bedeutet das nicht ganz so früh aufstehen, sondern erst einmal einen kurzen Kaffee auf dem Sofa. Einfach gemeinsam wach werden, bevor der Tag richtig anfängt.

Als der alte Mann dann aus dem Haus war, waren Frauchen und ich uns schnell einig: Der gestrige Tag war anstrengend. Also lassen wir die Morgenrunde heute etwas gemütlicher angehen.

Gemütlich heißt bei einem Entlebucher allerdings nicht nachlässig. Nur weil wir es heute etwas ruhiger angehen, entgeht mir trotzdem nichts. Die Gegend wird kontrolliert, die wichtigen Stellen werden überprüft und selbstverständlich schaue ich nach, ob über Nacht irgendetwas passiert ist.

Zur Zeit ist es in meinem Revier ausgesprochen vernünftig. Fast schon verdächtig vernünftig. Vielleicht liegt das daran, dass einige der Häuser verlassen scheinen. Wenn ich Frauchen darauf anschaue, meint sie nur, es seien Ferien und die Leute seien sicher im Urlaub.

Ich glaube, sie hat noch immer nicht verstanden, dass ein Entlebucher mit solchen Begriffen nicht besonders viel anfangen kann. Ferien? Urlaub? Für uns gibt es so etwas nicht. Wir sind immer im Dienst.

Heute hatte ich allerdings trotzdem nicht besonders viel zu melden. Im Revier war alles ruhig und ordentlich. Dafür haben wir auf den Feldern Indy, meinen Collie-Kumpel, getroffen. Diesmal war er mit seinem neuen Begleiter Beni unterwegs.

Nachdem der Kleine offenbar verstanden hat, was ich unter gutem Benehmen verstehe, konnte ich mich heute auch ein bisschen mit ihm beschäftigen. Und so haben wir eine Runde miteinander herumgetobt. Natürlich nur so wild, wie das mit einem jungen Hund eben geht. Bei einem jungen Hund muss man ein bisschen Rücksicht nehmen.

Zuhause haben Frauchen und ich den Tag dann sehr entspannt verbracht. Gut, ich mehr als sie. Frauchen saß nämlich irgendwann wieder vor ihren leuchtenden Vierecken. Aber das ist mehr ihr Problem als meins.

Mein Auftrag war klar: dafür sorgen, dass hier alles sicher bleibt. Und das war heute ausgesprochen einfach. Es gab keine besonderen Vorkommnisse und vor allem keine Sondereinsätze an der Tür.

Am Abend ging der alte Mann, der irgendwann am Nachmittag wieder nach Hause gekommen war, noch mit mir raus. Die abendlichen Geschäfte waren bereits an der ersten Box erledigt, aber da die Temperaturen heute schon wesentlich entlebucherfreundlicher waren, nahm ich sein Angebot, noch ein Stück weiterzulaufen, gerne an.

Nach den heißen Tagen tut es gut, wenn man wieder ein bisschen mehr Entlebucher sein darf und nicht ständig überlegen muss, ob der nächste Schritt vielleicht schon einer zu viel ist.

Wir liefen noch ein Stück gemeinsam durch das Revier. Ganz entspannt, ohne Eile und ohne besonderen Auftrag. Ein Rascheln im Gebüsch ließ mich kurz den Kopf drehen. Alles in Ordnung. Wir konnten weiter.

Auf dem Rückweg kamen wir dann noch an einem der Zugänge zur Steinach vorbei. Und da ich diesmal keinen Trageauftrag für Enten, Bälle oder sonstige wichtige Gegenstände hatte, konnte ich noch einen kurzen Abstecher an den Fluss machen.

Wobei die Steinach im Augenblick den Namen „Fluss“ eigentlich nicht wirklich verdient. Dafür ist deutlich zu wenig Wasser unterwegs. Aber Wasser ist Wasser, und wenn man schon einmal daran vorbeikommt, muss man kurz nachsehen.

Hinein mit den Pfoten, ein bisschen herumstöbern und die angenehme Kühle genießen.

Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira.


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