Entlebucher Tagebuch – Mittwoch 12. August 2026. Wir waren heute wieder sehr früh aufgestanden, denn in der vergangenen Nacht hatte die Nacht endlich einmal ihren Job gemacht. Es war herrlich kühl geworden. Nach einem Kaffee auf dem Sofa fuhr der alte Mann ins Büro, während ich mit Frauchen zu unserem morgendlichen Kontrollgang aufbrach. Nach den vielen heißen Tagen fühlte sich die kühle Morgenluft einfach wunderbar an. Da macht die Überprüfung, ob sich in der Nacht etwas verändert hatte, gleich viel mehr Spaß.

Auffälligkeiten gab es keine zu vermelden. Für meine Freunde war es wohl noch zu früh, denn selbst die Labradore waren noch nicht unterwegs. Oben auf den Feldern trafen wir dann einen Retriever aus dem Nachbarort. Mit ihm konnte ich ein paar richtig gute Runden drehen, bevor wir unseren Kontrollgang fortsetzten.

Nachdem wir an Zoras Wiese vorbei waren, trafen wir noch einen jungen Elo. So einen Flauschehund kannte ich bisher noch nicht, aber auch er erwies sich als brauchbarer Trainingspartner. Größe und Gewicht passten jedenfalls gut zu einem Entlebucher, sodass wir ein paar ordentliche Runden miteinander drehen konnten.

Ich merkte schnell, dass er noch voller jugendlichem Übermut steckte, und musste ihn ein paar Mal an gutes Benehmen erinnern. Sein Herrchen sah das genauso und war froh, dass der Jungspund einmal jemanden getroffen hatte, der ihm auf vernünftige Art erklärte, wie man sich als Hund benimmt.

Danach war es Zeit, nach Hause zu gehen. Frauchen musste an ihre leuchtenden Vierecke, und ich hatte meinen morgendlichen Kontrollgang erfolgreich abgeschlossen.

Der alte Mann meldete sich kurz danach einmal aus dem Büro und schlug vor, dass man am Abend ja noch eine Runde auf die Felder machen könnte, schließlich wollte sich der Mond vor die Sonne schieben. Zu dieser Zeit waren die Temperaturen dafür durchaus noch geeignet, aber Frauchen meinte schon da, dass es heute Abend dafür wohl noch zu warm sein würde.

Gegen Mittag war dann klar, dass Frauchen Recht behalten würde. Die Sonne meinte offenbar, Entlebucher müssten abends nicht mehr groß raus.

Nach dem Abendessen gab es noch Leberwurst aus der Tube. Der Grund dafür war weniger erfreulich: Meine Krallen sollten geschnitten werden. Mit einer Tube Leberwurst lässt sich so etwas aber deutlich besser aushalten, also habe ich die Prozedur über mich ergehen lassen.

Am Abend kam es dann genau so, wie Frauchen es vorausgesehen hatte. Ich verstand sowieso nicht, was daran so besonders sein sollte, und fand es ohnehin sehr bedenklich, wenn der Mond außerplanmäßig das Licht ausmachen wollte. Aus Sicherheitsgründen sollte man mit solchen Dingen schließlich nicht leichtfertig umgehen. Die beiden nahmen es gelassen. Sie hatten so etwas schon einmal gesehen, damals stand die Sonne sogar über der Burg. Also machten wir das, was an so einem warmen Tag wohl das Vernünftigste ist: nichts.

Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira.


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