Freitag, 11. September 2026 und Samstag, 12. September. 2026. Natürlich hatte ich gestern meine Kontrollrunden absolviert. Und sonst hätte es durchaus noch etwas zu erzählen gegeben. Nur zu Papier wurde nichts gebracht. Frauchen meinte, der alte Mann ringe mit dem Tode und habe tödlichen Männerschnupfen. Ich finde ja, auch wenn man ein wenig angeschlagen ist, sollte man seinen Pflichten nachkommen. Aber Menschen und Entlebucher haben unterschiedliche Arbeitsauffassungen.
Heute war die Lage jedenfalls etwas anders. Der alte Mann war ausquartiert worden und schlief in einem der Kinderzimmer. Er sollte sich dort von den Strapazen seiner schweren Erkrankung erholen. Nachdem alle wach waren, machten Frauchen und ich uns auf die Morgenrunde.
Schon auf dem Anstieg hinauf zu den Feldern legte ich ein ordentliches Tempo vor. Schließlich war wieder regulärer Dienstbetrieb angesagt. Oben trafen wir zunächst die Collis, dann kamen Rosa und Nala dazu. Man kennt sich. Man begrüßt sich, rennt ein paar Runden gemeinsam über die Wiese und schaut zwischendurch mal, was die anderen so treiben. So muss eine ordentliche Morgenrunde aussehen.
Dann tauchten die beiden Retriever aus der Straße am Friedhof auf. Nicht gerade meine besten Freunde, muss ich sagen.
Sie waren angeleint und hielten Abstand. Für die übrige Hundegesellschaft war der Abstand allerdings nicht ausreichend, denn die anderen liefen zu ihnen hin. Ich zögerte zunächst, setzte dann aber doch an. Frauchen rief mich zurück, und ich kam natürlich. An dieser Stelle wäre es vermutlich sinnvoll gewesen, mich anzuleinen. Das wurde allerdings vergessen.
Also bekam ich kurze Zeit später noch einmal Gelegenheit, mir die Angelegenheit aus der Nähe anzusehen. Diesmal machte ich den Retrievern ziemlich deutlich klar, was ich von ihrer Anwesenheit hielt. Eine ausgesprochen klare Ansage, wenn auch nicht ganz im Sinne von Frauchen.
Danach war das Thema für mich erledigt und der Rest der Runde verlief wieder harmonisch.
Irgendwann hörten wir noch eine Frau, die irgendwo ziemlich laut Kommandos brüllte. Wir konnten nicht sehen, was dort vor sich ging, aber besonders zielführend klangen die Anweisungen nicht.
Ansonsten blieb der Tag ruhig.
Am Nachmittag war der alte Mann wieder dienstfähig und übernahm die Kontrollrunde mit mir. Nach der Geschichte von heute Morgen wollte er vorsichtshalber noch einmal den Rückruf üben. Ich hielt das für etwas übertrieben, denn der hatte ja eigentlich ganz gut funktioniert. Aber ich bin bei solchen Dingen flexibel. Und tatsächlich hatte er auch heute nichts daran auszusetzen.
Als wir anschließend am Grundstück der beiden Retriever vorbeikamen, war deren Herrchen gerade an der Straße beschäftigt. Da er sich am Morgen ebenfalls lautstark bemerkbar gemacht hatte, behielt ich ihn vorsichtshalber etwas länger im Auge. Auch als wir schon ein gutes Stück am Grundstück vorbei waren, schaute ich noch einmal zurück.
Unterwegs trafen wir noch einen der kleinen Hunde von gegenüber. Der führte sich wieder auf, als wäre er ein ganz großer. Ich finde ja, wir sollten einfach zwei- oder dreimal gemeinsam in den Freilauf gehen. Dann würde ich ihm schon zeigen, wie man sich ordentlich benimmt – ungefähr so wie man es einem Welpen erklärt..
Der alte Mann war von diesem pädagogischen Ansatz nicht vollständig überzeugt. Da ich mich um den kleinen Kerl ohnehin nicht weiter kümmerte, nutzten wir die Zeit lieber sinnvoll und übten noch ein wenig Treibballkommandos. Anschließend durfte ich am Holzstapel nach einem versteckten Futterdummy suchen. Zum Glück hatte der alte Mann Wasser mitgenommen, denn die Sonne kann noch ganz schön heizen.
Den Abend lag ich dann mit Frauchen auf dem Sofa und der kranke alte Mann sicherheitshalber bei den Katzen.
Ein guter Tag für einen Entlebucher sagt euch, eure Eira.
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