Entlebucher Tagebuch – Freitag, 10. Juli 2026. Der alte Mann kam erst nach Hause, als draußen längst niemand mehr unterwegs war und die Nacht schon auf den Morgen wartete. Ich hörte schon durchs offene Fenster das vertraute Surren unseres Autos. Da wusste ich, der alte Mann kommt nach Hause. Was mich allerdings wunderte: Vor dem Haus blieb der alte Mann noch stehen und unterhielt sich mit jemandem, obwohl die Nacht schon auf den Morgen wartete.
Dann kam der alte Mann endlich ins Haus und natürlich musste ich ihn erst einmal ordentlich begrüßen. Dabei war ich wohl etwas zu stürmisch, denn plötzlich meldete sich auch Frauchen laut aus dem Schlafzimmer zu Wort, obwohl sie gar nicht zu uns kam.
Es dauerte noch eine Weile. Der alte Mann setzte sich erst noch mit einem Becher schlecht gewordenem Traubensaft ins Wohnzimmer. Erst danach gingen wir beide wieder ins Bett.
Als Frauchen am Morgen aufstand, meinte sie, wir müssten den alten Mann schlafen lassen. Da war ich allerdings anderer Meinung. Irgendwann ist schließlich auch lange genug geschlafen. Nachdem ich den alten Mann ordentlich geweckt hatte, hörten wir auch schon, wie Frauchen ihm den Kaffee machte. Damit war dann wohl auch offiziell Schluss mit dem Ausschlafen.
Ich will mich über unsere Morgenrunde ja gar nicht beschweren, aber der alte Mann war schon einmal aufmerksamer. Nachdem wir ein wenig „vor, vor, vor …“ und Sitz auf Entfernung geübt hatten, lief er eine ganze Weile hin und her, bis er die Schleppleine endlich wiedergefunden hatte. Und das war nur ein Beispiel. Ich glaube, die kurze Nacht steckte ihm doch noch ein bisschen in den Knochen.
Weil wir etwas später als sonst unterwegs waren, waren die Jäger der Nacht schon längst wieder verschwunden. Dafür zog hoch über uns ein Bussard seine Kreise. Er schaut immer so, als würde er das Revier von oben kontrollieren. Das darf er ruhig machen. Unten passe schließlich ich auf.
Da war es gut, dass wir die Labradore wiedergetroffen haben. Jetzt, wo ich nicht mehr an der Leine bleiben muss, konnten wir endlich wieder eine ordentliche Runde miteinander rennen. Das tat uns allen gut.
Nachdem ich sicher war, dass im Revier alles in Ordnung war, kamen wir wieder nach Hause. Ich beschloss, den Rest des Tages konsequentes Hitzemanagement zu betreiben. Der alte Mann hielt sich ebenfalls an leichte Aufgaben, bei denen er offensichtlich nicht besonders viel nachdenken musste. Frauchen nutzte den Morgen zum Schwimmen.
Nach dem Essen machten wir dann alle gemeinsam eine ausgedehnte Mittagsruhe. Unterbrochen wurde sie nur von einem kleinen abendlichen Kontrollgang durchs Revier. Danach gingen wir ohne Umwege zum Sofakuscheln über. Man muss schließlich auch wissen, wann für einen Entlebucher genug gearbeitet wurde.
Ein guter Tag für einen Entlebucher, eure Eira
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