Entlebucher Tagebuch – Freitag, 21. August 2026. Heute Morgen war etwas anders als sonst. Der alte Mann hatte länger und offenbar auch besser geschlafen. Das fiel mir natürlich auf. Seit gestern gibt es bei ihm neue weiße Leckerlies. Die hat er mitgebracht und bekommt davon ab und zu eines. Ob die wohl etwas damit zu tun haben? Sagen kann ich das nicht, aber interessant finde ich sie schon. Der Morgenkaffee blieb jedenfalls wie immer. Manche Dinge ändern sich eben nicht.
Frauchen wollte heute Morgen zum Yoga, also sind der alte Mann und ich ohne sie zur Morgenrunde aufgebrochen. Wir hatten gerade erst mit der Kontrolle der Felder begonnen, da kamen uns die drei Lapis entgegen. Sie waren schon auf dem Rückweg, übten aber noch das Apportieren. Ich durfte deshalb nicht einfach losstürmen.
Ruhig neben dem alten Mann zu laufen, während die Lapis weiter vorne unterwegs sind, ist nicht leicht. Sie sind schließlich da und ich weiß, wo sie sind. Da möchte man als Entlebucher schon gerne etwas genauer nachsehen. Aber Warten war angesagt.
Als die Lapis mit ihrer Übung fertig waren, kamen sie auf mich zu und der alte Mann gab mir die Freigabe. Wir begrüßten uns ausgiebig, auf ein großes Rennspiel verzichteten wir aber. Wir waren in unterschiedliche Richtungen unterwegs und hatten beide noch etwas vor.
Danach hatte der alte Mann offenbar Lust, mich noch ein paar Dinge suchen zu lassen. Und da sieht man wieder, dass jeder seine Spezialität hat. Die Lapis rennen Dingen hinterher und bringen sie zurück. Ich setze lieber meine Nase ein und finde Dinge, die irgendwo versteckt wurden.
Dann ging es weiter mit der Revierkontrolle. Dabei bemerkte ich, dass die Senke neue Bewohner hatte. Im Sommer waren dort die Rehe mit ihren Jungen unterwegs gewesen, zwischendurch flitzten wilde Hasen herum. Jetzt waren die Schafe gekommen. Auch die mussten erst einmal angesehen werden.
Von den Katzen waren heute dagegen deutlich weniger unterwegs als gestern. Gestern waren sie an mehreren Stellen zu sehen gewesen, heute war es erstaunlich ruhig.
Wir schafften es noch nach Hause, bevor der Regen einsetzte. Draußen wurde es dunkel und nass, genau das richtige Wetter, um mit dem alten Mann auf dem Sofa zu sitzen. Wir verbrachten einen ruhigen Tag und der alte Mann sah auch so aus, als würde ihm das guttun. Später gesellte sich noch Frauchen dazu und ich hatte beide im Blick.
So macht Sicherheitsdienst Spaß.
Passend zur Abendrunde hatte der Regen wieder aufgehört. Nach dem Dauerregen hatte ich erwartet, dass der alte Mann mit mir nur die Bahnhofsrunde gehen würde. Dass er am Bahnhof in den Anstieg Richtung Burg abbog, überraschte mich dann doch. Die Burg war allerdings gar nicht unser Ziel. Wir waren auf dem Weg zu Ivys Zuhause.
Heute war wieder einer dieser Abende, an denen sich die Menschen treffen und über Gott und die Welt reden. Mir soll es recht sein. Ich treffe Ivy und wir beide bekommen über den Abend genügend Streicheleinheiten von allen.
Eure Eira
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