Entlebucher Tagebuch – Freitag, 18 September 2026. Heute Morgen war der alte Mann deutlich vor dem Wecker wach, weil seine Blase meinte, er habe genug geschlafen. So hatten wir Zeit, den Tag ganz in Ruhe auf dem Sofa beginnen zu lassen. Der Morgen bestand dann wieder aus einem Hin und Her zwischen leuchtenden Vierecken und Morgenrunde.
Die Morgenrunde begann mit der Suche nach Veränderungen aus der Nacht. Gegenüber gestern waren die merkwürdigen gelben Säcke, die manchmal rascheln, wieder verschwunden. Die Gerüche waren insgesamt nicht besonders aufregend, bis wir am Auto der Labradore vorbeikamen. Ich machte einen kurzen Abstecher, prüfte die Lage und erkannte sofort: Die sind gerade erst los. Nach meinem ersten Versuch, sofort hinterherzustürmen, den der alte Mann umgehend abblockte, änderte ich meine Strategie und legte „nur“ ein zügiges Tempo vor, auf das der alte Mann sich einließ.
Mit diesem Tempo brauchten wir bis hinter den Anstieg auf die Felder, bis wir sie sahen. Ich war ja der Meinung, ein kurzer Vorstoß von mir zur Begrüßung wäre jetzt durchaus angebracht gewesen, aber der alte Mann hielt mich zurück, bis er sicher war, dass mein Einschlagen in die Gruppe auch vorher wahrgenommen werden würde.
Dann konnte ich endlich losspurten. Der Jüngste der drei kam mir entgegen und so eröffneten wir die erste Rennrunde, in die sich die beiden anderen einreihten. Der Lapi-Opa beließ es bei einem kurzen Spurt, gerade lang genug, um zu zeigen, dass er es noch konnte.
Heute hatten die beiden Menschen beschlossen, eine Weile den gleichen Weg zu gehen, sodass wir noch weiter toben konnten. Kurz kam etwas Aufregung auf, als wir direkt vor uns einen Hasen aufschreckten und der junge Lapi ihm hinterherging. Sein Frauchen rief ihn zur Ordnung und nach einer kurzen Verfolgung kam er wieder zurück. Ich fand ja, er hatte das gut gemacht, aber sein Frauchen sah das offenbar anders und schalt ihn erst einmal.
Aus dem Spiel wurde dann wieder Revierkontrolle und irgendwann fand ich, die Lapis waren dabei etwas zu … unruhig. Also begann ich, ein wenig Ordnung in die Gruppe zu bringen. Ich lief einen Bogen um die drei, schnitt dem Jüngsten den Weg ab und schob die Gruppe in die Richtung, die mir sinnvoll erschien. Allerdings hatte der alte Mann ein Auge auf uns und rief mich zur Ordnung. Jawohl, mich. Mit der Begründung, das sei keine Rinderherde und außerdem nicht meine Aufgabe.
Bald darauf trennten sich unsere Wege und wir gingen zufrieden nach Hause. Am Nachmittag hatte Frauchen einen Termin, sodass wir nur zu zweit unterwegs waren. Die Runde war weitgehend unspektakulär und bestätigte eigentlich nur die Ergebnisse der Morgenrunde.
Dafür hatte ich am Abend noch Lust, meinen Kopf ein wenig zu benutzen. Es dauerte zwar eine Weile, bis ich den alten Mann davon überzeugt hatte, aber dann übten wir noch einige Kommandos aus dem Treibball, unter anderem zum Ball laufen und das Zurückkommen auf Kommando. Danach war für mich der Tag erledigt. Ich rollte mich auf dem Sofa zusammen, während der alte Mann noch mit seinem leuchtenden Viereck beschäftigt war.
Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira
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