Entlebucher Tagebuch – Montag, 21. September 2026. Der alte Mann stand leise auf, als es Zeit war, und ich folgte ihm auf das Sofa, wo er wie üblich mit einer Tasse Kaffee den Morgen begrüßte. Er wollte ins Büro und Frauchen musste heute noch nicht an ihre leuchtenden Vierecke. Deshalb ließ er sie schlafen, bis er das Haus verließ, und so konnte ich gleich noch einmal mit Frauchen den Tag begrüßen.

Nachdem der Himmel dann das Licht angemacht hatte, gingen wir unseren morgendlichen Kontrollgang an. Für mich ist das keine gewöhnliche Runde, sondern Revierkontrolle. Dabei wird geprüft, ob in unserem Revier noch alles so ist, wie es sein soll: Welche Gerüche sind neu, wer war unterwegs, hat sich irgendwo etwas verändert und gibt es Stellen, die heute genauer untersucht werden müssen. Ich roch besonders gründlich am Garten der Hasen und Hühner, am Trinkbrunnen und sonst noch in der Stadt. Es gab nichts Verdächtiges zu melden.

Das änderte sich auf den Feldern. Dort trafen wir die drei Labradore, die gerade mit ihrem Menschen trainierten. Da wir sie schon von Weitem sahen, nutzte Frauchen die Gelegenheit, mit mir zu üben, dass Freunde sehen nicht automatisch bedeutet, sofort loszuspurten. Aber so etwas kann ich ja.

Danach blieb noch Zeit für ein ausgiebiges Spiel. Wir jagten uns gegenseitig über die Felder, rannten große Bögen und wechselten immer wieder die Richtung. Die Luft war kühl und roch nach feuchter Erde und den ersten Blättern, die schon auf dem Weg lagen. Noch stand die Sonne tief und konnte uns nicht gleich wieder warm laufen lassen. So konnte man rennen, ohne ständig darauf achten zu müssen, wann es wieder zu viel wurde.

Gegen Ende trafen wir noch die beiden Collies. Da blieb es bei einem kurzen Hallo. Wir waren mitten im Spiel gewesen, und für mehr hatte ich gerade keine Zeit. Also begrüßen, weiterlaufen und die Ohren wieder nach vorn.

Zu Hause blieb es ebenfalls entspannt. Frauchen verschwand nicht gleich hinter ihren leuchtenden Vierecken, sondern frühstückte erst einmal in Ruhe. Danach beschäftigte sie sich noch mit dem Tierfiguren-Turnen. Sie selbst turnte dabei nicht. Ich sah auf dem leuchtenden Viereck nur die Bilder von den Tierfiguren und beobachtete, was Frauchen damit machte.

Als der alte Mann dann nach Hause kam, ging er relativ schnell mit mir auf die zweite Kontrollrunde. Sehr verdächtig.

Großartige Veränderungen gab es seit dem Morgen nicht. Die Mülltonnen standen nicht mehr ganz so ordentlich oder waren schon wieder weggeräumt, aber ansonsten war alles an seinem Platz. Damit war die Kontrolle auf den Feldern ebenfalls schnell erledigt.

Als wir wieder von den Feldern kamen, kam uns Krümel entgegen. Auch einer von den Seniorhunden, die man nicht mehr so einfach zum Toben animieren kann. Dafür haben Krümel und ich ein anderes Ritual. Wer den anderen zuerst sieht, legt sich ab und beobachtet ihn, bis der andere angekommen ist. Dann stehen beide auf, begrüßen sich höflich und jeder geht wieder seiner Wege.

Heute hatte ich ihn zuerst gesehen. Also legte ich mich hin und wartete, bis Krümel bei mir angekommen war.

Abendessen gab es dann auch noch früher als sonst, und da wurde ich langsam misstrauisch. Kurz darauf nahmen Frauchen und der alte Mann ihre Tierturnmatten und fuhren einfach davon. Damit war klar, dass ich für die Sicherheit im Haus verantwortlich war.

Ich nahm meinen Platz vor der Glastür zum Flur ein und mein Dienst begann. Es war ein ruhiger Dienst. Nur ein paar Mal musste ich verdächtigen Gestalten vor dem Haus deutlich kundtun, dass das Haus nicht ungeschützt war. Ansonsten blieb alles ruhig.

Als die beiden wiederkamen, musste ich mich erst einmal beschweren. Nachdem der alte Mann dann noch eine Runde mit mir gemacht hatte, war die Sache wieder in Ordnung und wir konnten alle ins Bett gehen und uns einen gemütlichen Platz suchen.

Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira


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