Entlebucher Tagebuch – Mittwoch, 26. August 2026. Heute Morgen weckte uns wieder der Wecker – keine Vögel, keine Katze. Der Morgen begann also wie geplant.

Frauchen ging direkt zu ihren leuchtenden Vierecken und der alte Mann machte noch einen kurzen Stopp an der Kaffeemaschine, bevor er zum Sofa kam. Ich hatte das erwartet und lag schon dort. Man muss vorbereitet sein. Allerdings wurde aus dem gemütlichen Morgenkaffee für den alten Mann erst einmal nichts, denn Frauchens leuchtende Vierecke blieben dunkel und sie rief nach ihm. Sie stellten fest, dass ihre Geräte offenbar ebenfalls noch nicht ganz wach waren und erst einmal neu geweckt werden mussten. Danach ging alles. Nachdem der alte Mann nun schon einmal oben war, ging er gleich an seine leuchtenden Vierecke.

Als der Tag endgültig begonnen hatte, machten der alte Mann und ich uns auf meinen morgendlichen Kontrollgang. Ich musste schließlich nach dem Rechten sehen – prüfen, ob über Nacht alles an seinem Platz geblieben war, wer sich bereits auf den Weg gemacht hatte und ob irgendwo neue oder verdächtige Gerüche aufgetaucht waren. Ein verantwortungsvoller Job, wie ihr euch denken könnt.

Gleich auf der Straße traf ich Rosa. Das ist immer ein bisschen schade, denn hier können wir nicht miteinander toben. Das gemeinsame Rennen und Herumkaspern musste warten, bis wir uns an einem anderen Tag wieder auf den Feldern treffen würden.

Bis zur Wiese vor dem Brombeerwäldchen gab es nichts Auffälliges zu vermelden. Doch dort standen plötzlich zwei prächtige Rehe und schauten uns direkt an. Zwei! Ganz ruhig und völlig unbeeindruckt von unserem Erscheinen.

So etwas kommt hier wirklich nicht jeden Morgen vor. Ich blieb aufmerksam stehen und beobachtete die beiden ganz genau. Schließlich gehört die Rehkontrolle zu einem ordentlichen morgendlichen Kontrollgang.

Als die beiden hinter den Bäumen verschwunden waren, gingen wir weiter. Obwohl die Labradore schon unterwegs waren, trafen wir sie heute nicht. So wurde es insgesamt ein ruhiger Kontrollgang – mit ein paar Such- und Zergelspielen zwischendurch. Ein bisschen Arbeit muss sein.

Danach blieben die Menschen den Tag über an ihren leuchtenden Vierecken. Ich merkte bald, dass die Sonne heute wieder ein paar Extrastrahlen zu uns geschickt hatte. Und da wurde mir klar: Kontrolliertes Nichtstun ist für einen Entlebucher an solchen Tagen eine ausgesprochen gute Idee. Man muss seine Kräfte einteilen.

Erst am Abend fuhr der alte Mann mit mir zu den Sieben Eichen, damit ich dort im Schatten der Bäume meine abendlichen Geschäfte erledigen konnte. Heute liefen wir nicht in Richtung Bach, sondern die „Alte Steige“ entlang. So konnte ich diesen Teil des Burgwaldes mal wieder kontrollieren. Hier komme ich wirklich nicht besonders oft hin, und die Veränderungen sind deshalb immer besonders interessant.

Als wir den Tag dann auf dem Sofa ausklingen ließen, merkten die Menschen, dass es ein anstrengender Tag gewesen war.

Ein guter Tag für einen Entlebucher, sagt euch eure Eira.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert